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Spaß an Pferd und Reiten - Gaby

Springenreiten - Der Einstieg

von Beate Schulze

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SPRINGREITEN

Die ersten Sprünge

Wenn man im Fernsehen die so leicht und locker scheinenden Ritte unserer weltbesten Springreiter sieht, erkennt man nicht welch jahrelanges Training und Zusammenwachsen zwischen Reiter und Pferd sich dahinter verbirgt.

Um heute auch in den „unteren“ Klassen einen Parcours fehlerfrei und „ansehnlich“ zu bewältigen, muss völlige Harmonie zwischen Reiter und Pferd herrschen.

Der Reiter muss sehen und fühlen wie sein Pferd am Sprung ankommt, wann es abhebt, wie die Flugkurve, verläuft und er muss während des gesamten Sprunges die Bewegung des Pferdes unterstützen.

Der Rücken des Pferdes muss über dem Sprung aufgewölbt sein, wie eine Brücke.

Die Hinterbeine müssen kräftig abfußen, und über dem Sprung müssen alle 4 Beine gut angewinkelt sein.

Hier winkelt das Pferd die Vorderbeine bereits deutlich ab. Die Hinterbeine sind vom Abdrücken noch gestreckt, werden dann aber über dem Sprung ebenfalls angewinkelt.

Wichtig für jeden der mit dem Springreiten beginnt ist die Überwindung der Angst vor dem Hindernis. Es gibt einen berühmten Ausspruch: "Wirf Dein Herz über das Hindernis und springe ihm nach“

Zum Springen gehört jahrelanges Training und eine solide Dressurausbildung. Den angehenden Springreitern sei gesagt: Ohne solide Dressurarbeit wird nie ein ordentlicher, erfolgreicher Parcours möglich sein!

Technik, Gleichgewicht, feine Hilfengebung, Balance, Schnell- und Sprungkraft, Leistungsbereitschaft und Einfühlungsvermögen müssen immer wieder trainiert werden.
 

ANFORDERUNGEN AN DAS SPRINGPFERD

  • Springtalent muss vorhanden sein

  • eine „Springer“ -abstammung ist von Vorteil

  • Es muss aufmerksam sein

  • Es muss blitzschnell auf Hilfen reagieren

  • Eine flüssige, raumgreifende Galoppade ist erforderlich

  • Sprungkraft

  • Schnellkraft

  • Mitdenkend

  • Bascule

  • Wendigkeit

  • Kräftige Hinterhandmuskulatur

  • Kräftige gesunde Gliedmaßen und Rücken

  • Breite, kräftige Hufe (verteilen des Drucks bei Absprung und Aufkommen)

  • Langen, gut aufgesetzten Hals

  • Leistungsbereit

  • Mut

  • Vertrauensvoll und durchlässig

Hier sieht man deutlich wie das Pferd die Hinterhand winkelt, um sich dann kräftig abdrücken zu können.

 

ANFORDERUNGEN AN DEN REITER

  • Schnelles Reaktionsvermögen

  • Einfühlungsvermögen

  • Mut

  • Stressresistenz

  • Intuition

  • Ausbalancierter Sitz

  • Feinfühligkeit in den Hilfen

 

HINDERNISS

  • Sichere, gut stehende „Ständer“

  • Bewegliche Stangen

  • Stangen müssen leicht - aber nicht zu leicht fallen

  • Leicht gekrümmte Auflagen, damit Stangen liegen bleiben aber bei Berührung leicht fallen

  • Für Planken etc. (schweres Hindernismaterial) flache Auflagen, damit das Pferd nicht hängen bleibt und stürzt.

  • Für Hochweitsprünge unbedingt Sicherheitsauflagen verwenden


Die Springausbildung von Reiter und Pferd sollte unbedingt durch einen guten, erfahrenen Ausbilder begleitet werden. Man kann sich selbst nur bedingt kontrollieren. Es kommt schnell zu Fehlern, die dann Stürze/Unfälle produzieren


EINSTIEG INS SPRINGEN

Wenn ihnen jemand mitten in der Halle einen einzelnen Sprung hinstellt und sie sollen so das Springen lernen dann lassen Sie die Finger davon!

Sie sollten bereits in Cavalettistunden eine gewisse Erfahrung mit Entlastungssitz, leichten Sitz und Galopparbeit gesammelt haben, bevor sie sich zu ihren ersten Sprüngen entschließen.

Zum Erlernen  des Springsitzes eignet sich gerade auch in der Cavalettiarbeit das Galoppieren über am Boden liegende Cavaletti mit einem Abstand von 2,80 - 3,50 Metern (je nach Größe und Weite des Galoppsprungs des Pferdes).


Der SPRINGSITZ

Der Springsitz muss genauso wie der Dressursitz geschmeidig und elastisch sowie ausbalanciert sein. Im leichten Sitz ruht das Gewicht auf den Steigbügeln und den Knien. Das Gesäß hält die Verbindung zum Sattel, wird dabei aber leicht angehoben.
Keinesfalls ganz in die Bügel stellen und das Gesäß völlig vom Sattel entfernen. Der Oberkörper ist ca. 2 - 20 Grad leicht nach vorne geneigt.

Am Anfang  ist es leichter, wenn man mit der Hand eine so genannte Zügelbrücke bildet  oder die Hände am Mähnenkamm aufstützt, um das Gleichgewicht besser halten zu können.

Der Bügel wird 2 - 5 Loch kürzer geschnallt. Lässt man das Bein hängen, sollte der Bügel sich auf Knöchelhöhe befinden.

Der Reiter muss während des leichten Sitzes und über dem Sprung immer im Schwerpunkt des Pferdes bleiben.


AUSRÜSTUNG REITER

  • Sicherheitsreitkappe oder Militaryhelm

  • Eine Sturzweste ist sinnvoll

  • Handschuhe

  • Reitstiefel

  • Reithose

  • Gerte

  • Ggf. Sporen (nur für ausbalancierte Reiter)


AUSRÜSTUNG DES PFERDES

  • Trense

  • Springsattel

  • Ggf. Martingal

  • Gamaschen

  • Ggf. Sprungglocken

 

Erste Springübungen:

Die ersten Sprünge sollten aus der Cavalettiarbeit entwickelt werden.
Ich stelle 3 Cavaletti, am Boden liegend (Trab), im Abstand von 1,20 - 1,40 m vor den Sprung. Zum Sprung brauche ich einen Abstand von ca. 2 m. Der Sprung selbst sollte anfangs eine Höhe von 60 cm nicht übersteigen.

Mit diesen Abständen (bitte der Größe des Pferdes anpassen - ein Shetty braucht einen anderen Abstand als ein Warmblüter mit 1,80 m Stockmass) kommt das Pferd passend an den Sprung und nimmt seinen Reiter mit.

Passen die Abstände nicht oder stelle ich gar nur einen einzelnen Sprung „in die Landschaft“ , kann es passieren dass das Pferd zu früh oder zu spät abspringt und so den Springanfänger aus dem Gleichgewicht bringt und es zu Stürzen kommt..

Die Cavalettis und der Sprung werden in einem gleichmäßigen, fleißigen Arbeitstrab angeritten. Ca. 3 - 4 m vor dem ersten Cavaletti sitzt der Reiter aus, treibt stetig das Pferd nach vorne an die Hand. Dabei darf das Pferd aber nicht schneller werden! Über dem ersten Cavaletti geht der Reiter dann in den Entlastungssitz (Oberkörper ca. 2 - 10 Grad nach vorne geneigt) und bleibt in diesem bis er nach dem Sprung wieder aufkommt. Sinnvoll ist es ab dem letzten Cavaletti mit der Hand in die Mähne oder das Martingal zu fassen, damit man das Pferd beim Abspringen nicht im Maul stört. Erfahrungsgemäß wirft es den Springeinsteiger bei den ersten Sprüngen immer etwas nach hinten.

Falsch:

  • Vor den Cavaletti zulegen

  • Vor den Cavaletti das Tempo zurücknehmen

  • Über den Cavaletti das Tempo regulieren zu wollen

  • Über den Cavaletti schwer einzusitzen

Eine weitere Möglichkeit kommt ebenfalls aus der Cavalettiarbeit. Hier hat man das „Drübergaloppieren“ von am Boden liegenden Stangen geübt. So nehme ich auch hier wieder 3 am Boden liegende Cavaletti mit einem Abstand von 2,80 - 3,50 m und stelle danach in einem Abstand von ebenfalls 2,80 - 3,50 m den Sprung auf. Nun lasse ich den Reiter in ruhigem Galopp die Stangen anreiten. Er bleibt über diesen und schließlich auch über den darauf folgenden Sprung durchgehend im Entlastungssitz und federt über den Stangen / dem Sprung elastisch in den Knien und der Hüfte mit.

Grundsätzlich sollte der Springanfänger seine ersten Springstunden auf einem geübten, sicheren, ausbalancierten Springpferd absolvieren.
Können Reiter und Pferd noch nicht springen, endet das Ganze meist in einem Fiasko. Man provoziert den Sturz von Reiter  und / oder Pferd und nimmt schließlich beiden die Freude am Springen

E-Mail an Beate zu diesem Thema

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