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Spaß an Pferd und Reiten

Informationen zum Thema Longenarbeit mit Cavalettis
Von Beate Schulze
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Longieren über Cavaletti

Inhaltsverzeichnis

Voraussetzungen Ausrüstung Lösungsphase Cavalettiarbeit
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Voraussetzungen

Für das Longieren über Cavaletti sollte unser Pferd bereits an der Longe ausbalanciert sein. Wenn dies noch nicht der Fall ist, insbesondere bei jungen Pferden, können wir unser Pferd stark verunsichern oder gar Taktfehler oder Widersetzlichkeiten heraufbeschwören.
Stellen sie sich z.B. vor sie haben zwar schon gelernt auf Schlittschuhen zu fahren, aber nun sollen sie plötzlich im Kreis kleine Sprüngchen absolvieren und zwischendurch auf einem Bein stehen. Wenn sie zuvor noch nicht ganz sicher im Kreis fahren konnten, werden sie sicher vehemente Probleme haben dabei die Balance zu halten.
Nicht anders geht es dem an der Longe ungeübten Pferd. So was geht bestimmt schief und sie verlieren das Vertrauen zu den Übungen.

Bevor es los geht, sollten wir auch auf korrekte Bodenbeschaffenheit wert legen. Ein zu tiefer Boden, wenn z.B. das Pferd bis nahe dem Fesselgelenk einsinkt, provoziert Sehnenprobleme.
Ein zu fester Boden dagegen staucht Gelenke und Hufe.
Ideale Trainingsunterlage ist ein federnder ebener Boden.

Ausrüstung

Natürlich muss unser Pferd korrekt ausgerüstet sein.
Zum Longieren über Cavaletti benutzen wir nur Hilfszügel, die dehnbar sind (z.B. Halsverlängerer), da sich das Pferd sonst bei einem Stolpern über die Stangen verletzen könnte.

Wichtige Infos zu den Hilfszügeln:

Für Cavalettiarbeit, egal wie hoch die Cavalettistangen liegen , darf niemals (!) ein unflexibler, nicht dehnbarer Hilfszügel verwendet werden.

Am besten verwenden Sie einen lang aber nicht durchhängend geschnallten Halsverlängerer. Dieser ist extrem dehnbar und gestattet dem Pferd volle Bewegungsfreiheit im Hals. Außerdem "klinkt" er sich aus der Verankerung wenn heftig daran gezogen wird.
So kann das Pferd sich bei einem Stolpern oder einem Sturz in keinster Weise verletzen.

Haben Sie einen starren Hilfszügel wie etwa einen Wiener Zügel oder Ausbinder genommen, kann sich ihr Pferd schwerste Verletzungen bei einem Sturz zuziehen oder sich das Genick brechen.

Also.... nur dehnbare Hilfszügel oder falls nicht vorhanden lieber keine Hilfszügel benutzen. Wer es kann und dessen Pferd daran gewöhnt ist, kann Cavalettiarbeit auch mit der Doppellonge machen

Lösungsphase

Bevor mit der Cavalettiarbeit begonnen wird, muss eine Lösungsphase an der Longe von etwa 10-15 Minuten ohne Stangen stattfinden. Sie möchten ja auch nicht ohne Aufwärmphase einen Hundert Meter Hürdenlauf starten.
Die Folge wären feine Muskelrisse, Zerrungen und weitere Verletzungen.
Sie können auch,  wenn sie ein ruhiges Pferd haben, die Aufwärmphase freilaufend absolvieren. Dann sollte ihr Pferd aber bereits gut durch Stimme und Gesten lenkbar sein.

Hilfszügel, Longe und Gamaschen sowie Gurt und Trense müssen korrekt angebracht werden wie das folgende Bild demonstriert:

Die Cavalettiarbeit

Wir reden hier über bereits geschulte Pferde. Den Jungpferden widmen wir ein extra Kapitel.

Wir stellen nun Cavaletti auf den Zirkel. Wir sollten mit 3 Stangen anfangen. Für die Schrittarbeit beträgt der Abstand ca. 80 cm, für die Trabarbeit 1,10 - 1,30 m. Bitte wählen sie Abstände mit denen ihr Pferd ohne Probleme zurechtkommt. Es darf nicht abstoppen müssen und zuerst auch nicht versucht sein zuzulegen, um überhaupt die Distanz meistern zu können.
Dann lassen wir unser Pferd im ruhigen, gleichmäßigen, schwungvollen Trabtempo über die Cavaletti treten. *

Vorteile der Longenarbeit

  • Einseitige Steifheiten in Hals und Rumpf beseitigen.
    Durch Dehnung der jeweils äußeren Hals- und Rumpfmuskulatur. Vergleichbar mit dem Stretching bei der Gymnastik des Menschen

  • Aufwölben des Rückens -ohne Reiter-

  • Fleißiges treten

  • Das innere Hinterbein wird zum vermehrten Lastaufnehmen gebracht, da es mehr zum Schwerpunkt tritt.
    Sie können das selbst nachvollziehen. Laufen sie einen kleinen Kreis. Sie werden merken, dass ihr inneres Bein mehr zur Körpermitte hintritt, also mehr Gewicht aufnimmt.

  • Die Trittlänge kann durch Vergrößern und Verkleinern des Zirkels variiert werden

Allerdings muss der Longenführer peinlich genau darauf achten, dass die Longe nicht durchhängt, da diese sonst am Cavaletti hängen bleibt.

Rechts:
Über halb aufgestellte Cavaletti trabendes Pferd , das deutliche Aufwölbung im Rücken zeigt und den Hals fallen lässt

Rechts:
"Fortgeschrittenes" Pferd das ebenfalls mit gut aufgewöbtem Rücken und tätigenm Hinterbein über aufgestellte Cavaletti trabt

Nach 5-10 Runden über die Cavalettis nehmen sie ihr Pferd entweder auf einen kleineren Zirkel oder wechseln den Zirkel um eine Abspannphase zu erlauben.
Bedenken sie, auch Sie können nicht stundenlang über eine Hürdenlaufstrecke traben ohne, dass ihre Muskulatur erlahmt. Sie meinen es geht doch? Dann probieren sie folgendes aus:
Das geht sogar im Stehen. Heben Sie die Beine in trabartigen Tritten so hoch, dass der Oberschenkel fast waagrecht ist. Wie lange halten sie das durch?

Der ständige Wechsel zwischen Bodenrick überwinden und normalem Traben auf der Zirkellinie verbessert die Geschmeidigkeit und verschafft dem Pferd auch die nötige Abwechslung während der Trainingsphase.

Sie können auch variieren:

  • Sie legen auf die eine Seite 3 Stangen und auf die andere Seite 4 Stangen.

  • Sie legen die ersten 2 Cavaletti am Boden und das dritte "halbhoch".

  • Für die geübteren Pferde kann man das Dritte auch ganz aufstellen und später 2 ganz aufstellen.

Immer beide Richtungen arbeiten, d.h. Handwechse! Einmal rechts herum und einmal links herum longieren.
Wir wollen ja nicht dass unser Pferd "einseitig" wird
Beobachten Sie ihr Pferd während der Arbeit!
Bei Anzeichen von Anspannung, was sich durch durchgedrücktem Rücken und hochwerfen des Kopfes zeigt oder bei Anzeichen von Ermüdung muss die Cavalettiarbeit beendet werden.
Das Pferd nun abspannen lassen und am Schluss noch Schritt gehen lassen. Überfordern Sie ihr Tier nicht!

Im Laufe der Zeit festigt sich mit dieser Art Arbeit auch das Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Longenführer. Das Pferd lernt auf kleine Hilfen zu reagieren und dies setzt ein Eingehen und Beobachten des "Alphatieres Mensch" voraus.
Bald werden Sie merken, dass das Pferd ihnen Aufmerksamkeit zollt und deutlich mehr Vertrauen zu Ihnen entwickelt. Erst dann bereitet die Arbeit echte Freude.

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