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Spaß an Pferd und Reiten

Untugenden des Pferdes unter dem Sattel

Fast jeder Reiter kennt das Problem. Das Pferd bockt, steigt, scheut oder geht durch. Wenn man in einer so gefährlichen Situation auch noch herunterfällt ist das ganze nicht nur unangenehm, sondern man bekommt es auch schmerzhaft am eigenen Leib zu spüren. Oft ist aber guter Rat teuer und viele sind hilflos, wie sie solche Untugenden ihres Pferdes abstellen oder am besten gleich im Vorfeld vermeiden können.
Daher werden hier die besonders häufig vorkommenden Untugenden des Pferdes beschrieben und natürlich auch wie man Ihnen beikommen kann.

Von Beate Schulze

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Inhalt

Stehen bleiben beim Aufsitzen Bocken Durchgehen Steigen
Scheuen Zurück zum Thema Pferde - Erziehung Fazit  

Stehen bleiben beim Aufsitzen

Problem

Das Pferd bleibt beim Aufsitzen nicht stehen, läuft los, scharrt, tritt hin und her.

Korrektur

Nehmen Sie sich einen Helfer, der seitlich am Kopf des Pferdes steht. Beim Aufsitzen lenkt er das Pferd durch Stimme, Berührung ab und veranlasst es damit stehen zu bleiben.
Gelingt dies nicht wird er durch Zug am Zaumzeug oder Vorhalten der Hand vor den Kopf oder auf den Nasenrücken das Pferd zum Stehen bleiben veranlassen. Der Helfer kann auch ein Stück Möhre oder Brot füttern. Es kann sinnvoll sein dies 2-3 x (nicht öfter , da es sonst das Pferd langweilt) hintereinander zu wiederholen. Jeden Tag ca. 1 Woche bis das Pferd alleine stehen bleibt.
Der Helfer wird immer weniger dabei einwirken, bis er schließlich nicht mehr benötigt wird.

Ferner müssen Sie darauf achten, dass der Zügel beim Aufsteigen leicht ansteht und nicht im Pferdemaul zieht oder rupft.

Achten Sie auch auf folgendes:

  • Die Stiefelspitze darf nicht in den Pferdekörper bohren
  • Nicht in den Sattel plumpsen, sonder weich einsitzen
  • Nicht mit dem Fuß auf die Kruppe kommen
  • Drückt Ihr Pferd beim Aufsteigen den Rücken weg ??
  • Kontrolliere das Sattelzeug. ob es passt
    (Aufliegen am Widerrist, Sattel vorne oder hinten zu hoch / zu tief)
  • Die Satteldecke ob ggf. kratzende, drückende Stellen da sind
  • Den Gurt ebenso auf kratzende, drückende Stellen untersuchen
  • Auf Wunden , Druckstellen die Sattel und Gurtlage untersuchen
  • Evt. ist noch nicht genug Muskulatur vorhanden -- dann Muskelaufbautraining betreiben
  • Ggf. auch den Tierarzt konsultieren, falls das Wegdrücken keine erkennbare Ursache hat, da Probleme an der Muskulatur, den Bändern oder auch den Wirbeln vorhanden sein können

Nur wenn o.g. Ursachen ausgeschaltet sind , wird der Lernerfolg von Dauer sein.

Bocken

Denke daran: Bocken kann gefährlich werden, also grundsätzlich sofort unterbinden!

Problem

Jedes kleine Buckeln das erlaubt wird, kann sich später zu einem vehementen Bocken steigern, das zu einer für Reiter und Pferd gefährlichen Angewohnheit werden kann, besonders wenn unser Pferd auch von weniger geübten Reitern geritten werden soll.

Anzeichen für beginnendes Bocken:
Kopf tief, Katzenbuckel machen, gespannt sein, Aufs Gebiss legen, Schweif klemmen.

Korrektur

Zügel
Halte den Kopf hoch, Zügel kurz und durch Paraden wieder die Aufmerksamkeit auf den Reiter lenken. Durch eine "Zügelbrücke" verhindern, dass einem die Zügel aus den Händen gerissen werden oder man selbst nach vorne gezogen wird, wenn das Pferd den Kopf ruckartig Richtung Boden senkt. Vorwärts reiten! Damit wird das gefährliche Bocken auf der Stelle oder Bocken mit abbremsen unterbunden.

Sitz
Leicht vornüber gebeugt- keinesfalls rückwärts, da sonst der Bocksprung als Katapult wirkt.

Es sind auch durchaus scharfe Paraden zulässig, um das Pferd wieder zur Ordnung zu rufen.

Bocken auch bei jungen Pferden nicht durchgehen lassen!
Besonders bei jungen Pferden lässt man die Anfangsbocksprünge gerne durchgehen: "Die sind ja so niedlich, ein kleiner Hüpfer". Bitte bedenke, dass wenn Dein Pferd dann Balance und Muskulatur gewonnen hat diese oft nicht mehr klein bleiben und durchaus einem Rodeopferd Ehre machen können. Also - auch hier- Ansätze gleich unterbinden

Bei Pferden bei denen wir wissen , dass sie viel "Stallübermut" haben und deswegen gerne mal einen Bocksprung oder auch mehrere machen, kann man das Problem oft ganz einfach lösen. Wenn die Möglichkeit besteht lasse ich das Pferd vor dem Reiten 5 min laufen, so wie es sich bewegen möchte. Oder ich longiere es ab. Oft ist durch diese Bewegung der "Mut bereits etwas gekühlt" und die "Rodeosprünge" unter dem Reiter sind damit vermeidbar.

Durchgehen

Problem

Unkontrolliertes Davonstürmen. Besonders gefährlich, da die Kontrolle oft gänzlich verloren geht. Man hat keine Einfluss mehr auf Tempo und Richtungswechsel.
Besonders prekär im Gelände, da die meisten Ausreitgelände immer wieder über Strassen führen und unser Pferd dann natürlich auch nicht mehr zu bremsen ist.
Ferner kann in Kurven ein Ausrutschen und Hinfallen von Reiter und Pferd erfolgen, wobei der Reiter auch unter dem Pferd zu liegen kommen kann.

Korrektur

Wichtig ist es , das Gefühl im Maul des "Pullers" aufrecht zu erhalten. Also nicht mit dem Oberkörper rückwärts lehnen und an beiden Zügeln ziehen. Sie werden damit höchstwahrscheinlich eine Steigerung des Tempos und größere Widersetzlichkeit hervorrufen.

Leicht in den Bügel stehen, Zügel verkürzen, eine Hand am Widerrist aufsetzen (oder auch am Aufsteigriemen festhalten). Hände tief. Zuerst durch halbe Paraden versuchen das Tempo zu regulieren.
Falls dies nicht gelingt, allmählich Kopf des Pferdes zur Seite nehmen bis er Richtung Schulter kommt. Das Pferd- sofern es das Gelände zulässt - auf immer kleinere Kreisbögen führen. Nicht abrupt wenden, da sonst ein Sturz fast unvermeidlich ist. Wenn ich weiß, dass mein Pferd gerne an Tempo gewinnt, nehme ich bereits beim Angaloppieren den Kopf zur Seite. Man kann das sehr gut beim Aufgalopp auf der Rennbahn beobachten. Um ihr Pferd zu kontrollieren, wird von den Jockeys der Hals abgestellt und auch das wildeste Rennpferd lässt sich damit gut unter Kontrolle halten.

Steigen

Problem

Ein steigendes Pferd stellt für sich, seinem Reiter und die Umgebung eine massive Gefahr dar. Es wurden schon Reiter, die in geringen Abstand ritten durch die herunterkommenden Hufe verletzt .

Korrektur

Wenn Dein Pferd bereits im Steigen ist: Knie zu, Oberkörper nach vorne, am besten mit den Händen in der Mähne festhalten. KEINESFALLS im Maul reißen, da sonst die Gefahr besteht , dass sich das Pferd rückwärts überschlägt

Hat das Pferd die Hufe wieder am Boden, sofort mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (Kreuz, Schenkel, Gerte, Sporen) vorwärts reiten. Steigen geht nur im Halten und nicht in der Bewegung. Versuchen das Pferd auf eine Kreisbewegung zu bringen. Steigen geht kaum in der Biegung. Der Körper muss zum Steigen gerade sein. Um auf eine Kreisbahn zu kommen: Inneren Zügel verkürzen und äußeren Zügel anstehen lassen und mit innerem Schenkel durchtreiben, so dass eine Biegung um diesen Schenkel zustande kommt. Mit äußerem, verwahrenden Schenkel ein Ausweichen der Hinterhand verhindern, damit das Pferd gebogen bleibt.

Lässt sich das Pferd nicht vorwärts reiten, oder bewegt es sich gar zuerst rückwärts, nehmen sie den Kopf des Pferdes so weit zur Seite, dass er fast die Schulter des Pferdes berührt. Ein Pferd kann nur mit geradem Hals Steigen. Ggf. drehen Sie es mehrmals um sich selbst und reiten daraus wieder nach vorne an.

Grundsätzlich gilt: Steigen vermeiden. Reiten Sie vorwärts. Achten Sie darauf ein losgelassenes, lockeres Pferd zu haben.

Wenn auch trotz Vorwärtsreiten und Losgelassenheit (oder auch nicht eintretender Losgelassenheit) weiterhin das Problem auftritt ggf. mit einem guten Ausbilder oder auch dem Tierarzt sprechen. Die Ursachen können vielfältig sein. Möglich sind z.B. Sitzfehler, falsche Handeinwirkung, falsches Sattelzeug, organische oder orthopädische Probleme. Scheuen Sie nicht sich helfen zu lassen. Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihres Pferdes dankt Ihnen

Scheuen

Problem

Pferd springt vor Unbekanntem weg. Pferd reagiert überängstlich. Pferd versucht sich durch zur Seite springen, über die Schulter zu brechen und sich immer wieder den Hilfen zu entziehen.

Korrektur

Scheuen ist oft anerzogen. Gerade wenn der Reiter glaubt sein Pferd könnte Angst vor einen bestimmten unerwarteten Gegenstand haben. So verkrampft er sich, fasst oft die Zügel übermäßig kurz oder hängt gar im Pferdemaul. Das Pferd registriert sofort: Gefahr! Der da oben hat Angst. Und ergreift die Flucht indem es scheut und weg springt.

Bleiben Sie gelassen, versuchen Sie locker und entspannt sitzen zu bleiben, auch wenn Sie denken "Mein Gott, jetzt scheut es". Nehmen Sie die Zügel in einer leichten Verbindung an, ziehen Sie nicht! Sprechen Sie im ruhigen Ton zu Ihrem Tier. Auch das hat beruhigende Wirkung. Lassen Sie ihr Pferd das "Objekt des Schreckens" anschauen.

Oft nähert sich das Pferd dem vermeintlichen Schreckgespenst dann von ganz alleine. Pferde sind nicht nur manchmal ängstliche Wesen sonder auch sehr neugierig. Reiten Sie an aufregenden Dingen so vorbei, dass Sie den Kopf des Pferdes von den Objekten wegdrehen, also das Pferd nicht direkt hinschauen lassen, wenn sie keine Möglichkeit haben dort länger zum "Anschauungsunterricht" zu verweilen.
Allerdings: wenn Ihr Pferd das "Angstobjekt" länger betrachtet hat, erwarten Sie von Ihm dass es dann auch daran vorbei geht, auch wenn es mit abgewandtem Kopf ist. Nie dürfen Sie gestatten, dass es sich "aus dem Staub macht". Denn das würde das Pferd sich für die nächste Situation merken und wieder oder sogar noch eine vermehrte Widersetzlichkeit zeigen.

Manche Pferde lassen sich besser an Objekten vorbeiführen. Wenn dies der Fall ist, scheuen Sie sich nicht- vor allem im Straßenverkehr abzusteigen und Ihr Pferd zu führen.

Gut ist es auch junge Pferde zusammen mit älteren, gelassenen Pferden zu den ersten Ausritten nehmen. Auch Pferde haben Vorbilder und das junge Pferd lernt die Gelassenheit des Älteren zu übernehmen.

Fazit

Man muss es jeweils ausprobieren, wie das einzelne Pferd reagiert und ob damit das Problem behoben werden kann.
Dies gilt auch bei allen anderen Untugenden die Pferde haben: Letztendlich muss für jedes "Individuum Pferd" eine individuelle Strategie zum Training und zur Behebung von Problemen beim Umgang oder beim Reiten erarbeitet werden. Überprüfen Sie ob Ihre Strategie Erfolg bringt und bleiben Sie dann konsequent bei dem was Sie tun.
Scheuen Sie sich nicht Trainer (Bereiter, Reitlehrer FN etc.), Personen mit Pferdesachverstand, Tierärzte, Physiotherapeuten, Ihren Schmied usw. (je nach Problem) um Hilfe zu bitten, wenn Sie selbst nicht mehr weiter kommen!!

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